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Für Querleser/Innen!

Der Grenzübertritt von Mexiko nach Belize war einfach und unbürokratisch, die Beamten äusserst "relaxt". Was haben wir Schweizer wohl verbrochen, dass wir als einzige europäische Nation ein teures Visum benötigen? Das kleine Land Belize, früher eine englische Kolonie, für uns eher ein Unikum! Sofort fällt auf, dass der Rasen vor jedem noch so einfachen Haus - herrlich grünt und stets mit dem Rasenmäher kurz getrimmt ist. Der englisch/spanische Mix mit viel Einfluss aus der Karibik und vielen Mennoniten-Siedlungen hat uns "gwundrig" gemacht, das Land zu entdecken.

Auf dem fast verkehrsfreien Highway, der eher eine Nebenstrasse ist, fuhren wir durch endlose Zuckerrohrfelder und einfache Dörfer. Kaum verlässt man den eher flachen Küstenstreifen, so erheben sich mit Dschungel üppig bewachsene Hügel. Auf kurvenreicher Strasse erreichen wir die Küste. Die Auswahl an guten Badestränden, mit türkisblauem Wasser und weissem Sand, ist am Festland sehr bescheiden. Die Traumstrände befinden sich leider alle auf dem unweit der Küste vorgelagerten Riff. Auf Empfehlung fanden wir in Placencia einen geeigneten Platz - unser Yak stand während ein paar Tagen direkt am Strand.

Zurück im Hügelland liessen wir in San Ignacio an unserem Landi noch ein paar Servicearbeiten nachholen. Nach einem Abstecher in den Dschungel von Belize, zu den Maya-Ruinen von Caracol - wo wir ausnahmsweise und unter Armee-/ Polizeischutz übernachten durften, verabschiedeten wir uns nach zehn Reisetagen von Belize um nach Guatemala zu reisen. Die Einreise nach Guatemala war einfach und recht speditiv. Erfreut durften wir erfahren, dass sich die Länder Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua zu einer Zollunion zusammen geschlossen haben. Dies vereinfacht die Einreise für Personen wesentlich – leider gilt diese Neuerung nicht für die temporäre Einfuhr von Fahrzeugen.

Unweit der Grenze liegt ein weiteres Juwel von Maya-Kultur, die im tiefen Dschungel eingebetete Stätte Tikal. Auf ausgedehnten Fussmärschen besuchten wir die sich hoch über die Baumwipfel erhebenden Pyramiden und genossen die mystische Stimmung im Morgennebel. Nach kurzer Fahrt in südlicher Richtung erreichten wir Rio Dulce. Die Kleinstadt am Lago Izabel wird stark von Seglern angelaufen. Die etwas verlassen im Hafen liegende Jacht mit dem Namen „ Sissy von Wildegg“ wartet wohl auf ihren Schweizer Besitzer um ein weiteres Kapital Segelgeschichte zu schreiben. Nach rasanter Bootsfahrt auf dem sich durch den Dschungel windenden Rio Dulce erreichten wir das Städtchen Livingston an der karibischen Küste. Wir wähnten uns in einer anderen Welt – viel karibischer Sound, originelle Typen mit Rasta-Locken, bunte Häuser und … eine absolut „relaxte“ Stimmung!

Für die Fahrt zum Lago de Atitlan wählten wir eine eher wenig befahrene Strecke durch den Nebelwald und die Kaffeeanbaugebiet in Richtung der Stadt Cobán. Auf dem ersten Streckenteil erlebten wir Guatemala wohl noch so, wie es vor Jahren zu bereisen war. Was zu Beginn eine recht gute Naturpiste war, entwickelte sich mit jedem Kilometer mehr und mehr zu einem eigentlichen Feldweg. In einer eigentlichen Berg- und Talfahrt kämpfte sich unser Landrover einsam durch den Nebelwald. Einsetzender Nieselregen liess den Untergrund matschig werden. In kleinen Siedlungen erkundigten wir uns stets ob wir noch auf dem richtigen Pfad sind. Bilder die wir wohl nicht so schnell vergessen werden - Kinder die sich vor uns in Mutters Obhut flüchteten, Frauen die sich abwandten oder sich sehr verhalten zeigten, Männer die unser Winken erwiderten und zum Gruss laut pfiffen sowie die ärmlichen Behausungen und das harte Auskommen dieser Waldmenschen. Wohltuender Farbtupfer in dieser düsteren Umgebung waren die traditionellen Alltagstrachten in diesen abgelegenen Dorfgemeinschaften. Die letzten zwanzig Kilometer waren mehr besiedelt, etwas Gegenverkehr setzte ein. Beim Zurücksetzen auf steiler Strasse beschädigte ein dicker Ast eines unserer Fahrräder. Müde von der langen Fahrt und etwas aufgewühlt von den Tageserlebnissen erreichten wir am späten Nachmittag den Ort Lanquin. Am folgenden Tag gönnten wir uns Entspannung in den azurblauen / natürlichen Schwimmbecken von Semuc Champey.

In der Stadt Cobán überbrachten wir Grüsse aus der Schweiz und lernten dabei die Gastfreundschaft von Vera und Markus schätzen (siehe Begegnungen und Kurzberichte). Weiterhin über Berg und Tal, nun jedoch auf gut ausgebauter Strasse und auf landschaftlich sehr reizvoller Strecke, erreichten wir nach einem Besuch des Marktfleckens Chichicastenango den Lago de Atitlan. Die Vulkane waren leider nur durch einen Dunstschleier zu erkennen. Entschädigt wurden wir mit dem Markttag in Solola. Unbeschreiblich das Treiben und die Farbenpracht, wenn sich die Leute aus den umliegenden Bergdörfern in ihren traditionellen Trachten zum Markt einfinden.

Nach zwei gemütlichen Tagen im touristischen Kolonialstädtchen Antigua setzten wir unsere Reise nach drei tollen Wochen Guatemala in Richtung El Salvador fort.
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Für "Fährtensucher/Innen"

Grenze Mexiko / Belize - Orange Walk - Belmopan - Dangriga - Placencia - San Ignacio - Caracol - Grenze Belize/Guatemala - Tikal - Poptύn - Rio Dulce (Livingston) - Fray Bartolomé de las Casas - Lanquin - Semuc Champey - Cobán - Uspantan - Chichicastenango - Solola - Lago de Atitlán - Antigua - Escuintla - Cuilapa - Jalpatagua - Grenze Guatemala/El Salvador
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Höhepunkte

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Suiza ... oder doch Rotes Kreuz?
Zu Beginn unserer Reise durch Mexico wurden wir in der Baja California gleich mehrmals von der Polizei gestoppt. Fadenscheinige Beschuldigungen liessen keinen Zweifel offen - die wollten einfach nur abzocken!
Ausländer sind in der Baja einfach Gringos, haben viel Geld und werden immer mit dem ungeliebten Amerika in Zusammenhang gebracht. Um uns abzuheben und klar zustellen, haben wir an unserem Fahrzeug zwei kleine Schweizer Kreuze montiert.
Ob es nur daran lag, dass wir bis hinunter nach Belize keine ähnlichen Probleme mehr hatten ist zu bezweifeln oder zumindest nicht zu beweisen. Sicher ist aber, dass wir unzählige Polizei-/Militärkontrollen ohne Fahrzeuginspektion passieren durften und dass die kontrollierenden Beamten/Soldaten stark auf das Kreuz an der Fahrertüre fixiert waren. So wurde unsere Antwort "Suiza", auf die Frage unserer Herkunft, oft ignoriert und nochmals nachgefragt ... ob es sich nicht doch um das "cruz roja" handelt. Beamten widerspricht man nicht - "si, señor" - und weiter ging unser Fahrt.


Übernachtung auf dem Gelände der Schreinerei Reinhard

Ausgewandert
Vor rund zehn Jahren sind Vera Hurschler und Markus Reinhard mit viel Enthusiasmus ausgezogen, um im Gebiet von Alta Verapaz / Guatemala, ein Projekt zur Erhaltung des Nebel-/ Regenwaldes zu lancieren. In bescheidensten Verhältnissen lebten sie während langer Zeit im Maya-Dorf Chelemha, kümmerten sich um die Wiederaufforstung von 23'000 Kiefern und begannen mit dem Bau einer kleinen Eco-Lodge. Was im Kleinen begann ist heute das anerkannte Projekt UPROBON (union para proteger el bosque nuboso) www.chelemha.org.

Als Familie siedelten sie zurück in die Zivilisation. Markus widmete sich ab diesem Zeitpunkt wieder dem Schreinern ohne sich dem Projekt ganz zu entziehen. Eine neue Situation in ihrem bewegten Leben trat ein, als der elterliche Schreinereibetrieb mangels Nachfolger aufgelöst werden sollte. Markus entschloss sich die Nachfolge anzuteten und zügelte den in Horw/LU vorhandenen Maschinenpark kurzerhand nach Guatemala.

Etwas ausserhalb der Stadt Cobán wurde mit einem Partner ein Grundstück erworben und in Rekordzeit ein Schreinereigebäude errichtet. Heute wird in den grosszügigen Räumen von "Muebles Tontem" nach modernen Fertigungsmethoden gearbeitet und sieben Mitarbeiter beschäftigt! Das Team in Tontem ist motiviert und erfreut sich bereits einer guten Auftragslage.
Die Vision von Markus Reinhard - Gartenmöbel aus edlen / zertifizierten Tropenhölzern (in grösseren Serien) für den Schweizer Markt zu produzieren.
Interessierte "Einkäufer" sehen sich um bei "Ebanistería Europa S.A.", www.tontem.com / Kontakt Markus Reinhard: muebles@tontem.com


Eskorte im Dschungel von Belize
Graham, ein Engländer der weltweit für Land Rover tätig war und auch die damalige Camel-Trophy "Belize-Guatemala, 1995" begleitete, betreibt heute mit seiner Frau eine kleine Garage und wartet nebenbei die LR Defender 110 der Armee. Ein Glücksfall für uns, sämtliche von uns benötigten Filter waren vorrätig und die benötigten Spezialöle verfügbar. Nach fachkundiger Kontrolle stellte Graham unserem Landi ein sehr gutes Zustandzeugnis aus.

Mit frischen "Säften" begaben wir uns auf eine Testrunde in den Dschungel - unser Ziel, die Maya-Ruine Caracol. Nach langer Fahrt auf arger Schotterpiste erreichten wir einen Militär-Checkpost der uns wissen liess, dass die letzten dreissig Kilometer besser im Konvoi zu fahren wären. Es gab auf dieser nahe der Grenze zu Guatemala verlaufenden Strecke früher ein paar Zwischenfälle. Da jedoch in unserer Fahrtrichtung an diesem Tag keine Eskorte mehr verfügbar war, entschlossen wir uns, zum gleichen Zeitpunkt los zu fahren wie die Eskorte aus der Gegenrichtung um diese dann auf halber Strecke zu kreuzen. Für uns eine völlig neue Erfahrung - mit anfänglich etwas "feuchten" Händen haben wir die unwegsame, teils enge und in dichtem Busch verlaufende Strecke in Angriff genommen.
Nach sicherer Ankunft in Caracol genossen wir die einzigartige Stimmung, uns als einzige Besucher in den Ruinen/ Pyramiden der Maya-Siedlung bewegen zu dürfen. Vom "Jefe" persönlich wurde uns ausnahmsweise erlaubt in der Anlage zu übernachten. In der Obhut von drei Soldaten, zwei Polizisten und vielen nachtaktiven Brüllaffen haben wir die Nacht im Dschungel verbracht.


Jägerlatein oder Realität?
Guatemala wird in der gängigen Reiseliteratur oft in Zusammenhang gebracht mit Raubüberfällen auf Kleinbusse und Touristen. In einzelnen Regionen und auf gewissen Strecken wird zu erhöhter Vorsicht geraten!
Fairerweise muss aber auch erwähnt werden, dass der Staat sehr viel unternommen hat dieses Problem in den Griff zu bekommen. So wurde der Etat der Polizeitruppe massiv erhöht, der Korruption unter den Beamten Einhalt geboten und zusätzlich eine eigentliche Touristen-Polizei geschaffen. Die Polizeipräsenz ist im ganzen Land sehr gross. Die Beamten sind bei den gängigen Routinekontrollen sehr korrekt und auch bei allfälligen Fragen sehr hilfsbereit. So haben wir schon erlebt, dass uns ein Streifenwagen durch das Getümmel einer Kleinstadt eskortiert hat oder sich bei einer Strassenkontrolle alle fünf Beamten persönlich bei uns vorstellten um uns nach erfolgter Kontrolle per Händedruck eine gute Reise zu wünschen.

Im Wissen um die Problematik haben wir unserer Routenplanung immer vor Ort eingeholte Informationen einfliessen lassen. Zudem haben wir zusätzliche Vorkehrungen am und im Fahrzeug getroffen um bei einem möglichen „hold up“ gewappnet zu sein. In der Zuversicht, dass die Chance für einen Zwischenfall klein ist – zur falschen Zeit am falschen Ort – haben wir auch sehr einsam verlaufende Strecken mit gutem Gefühl befahren.

Also doch Realität? Wie aktuelle Ereignisse (20.03.2008, EDA-Warnung für Guatemala) zeigen, sind die erwähnten Ratschläge zu einer erhöhten Vorsicht - ohne diese jedoch über zu bewerten - durchwegs angebracht!